Minijob Stundenanzahl: Wie viele Stunden pro Woche sind erlaubt?

Der Arbeitsmarkt in Deutschland bietet verschiedene Beschäftigungsformen, unter denen der Minijob eine besonders beliebte Variante darstellt. Diese Beschäftigungsform ist vor allem aufgrund ihrer Flexibilität und Einfachheit attraktiv. Doch eine der häufigsten Fragen, die sowohl Arbeitgeber als auch Arbeitnehmer beschäftigt, ist die nach der maximal erlaubten Stundenanzahl pro Woche in einem Minijob. In diesem Artikel erfahren Sie alles Wissenswerte rund um die Stundenanzahl bei Minijobs.

Definition und Grundlagen des Minijobs

Ein Minijob, auch geringfügige Beschäftigung genannt, liegt in Deutschland vor, wenn das regelmäßige Einkommen aus dieser Tätigkeit 450 Euro pro Monat (Stand 2023) nicht übersteigt. Minijobs können in nahezu allen Branchen und Berufsfeldern auftreten und sowohl im gewerblichen als auch im privaten Sektor angesiedelt sein. Wichtig zu wissen ist, dass Minijobber ähnliche Rechte wie Vollzeitbeschäftigte genießen, etwa in Bezug auf Urlaubstage und Lohnfortzahlung im Krankheitsfall.

Stundenanzahl bei Minijobs: Was ist erlaubt?

In Bezug auf die Stundenanzahl gibt es im Gesetz keine direkte Beschränkung. Vielmehr orientiert sich die maximal zulässige Stundenzahl an der 450-Euro-Grenze. Das bedeutet, dass die Anzahl der Arbeitsstunden variieren kann, je nachdem, wie hoch der Stundenlohn ist.

Beispielrechnung:

Angenommen, der Stundenlohn in einem Minijob beträgt 10 Euro. Um unter der 450-Euro-Grenze zu bleiben, darf der Arbeitnehmer in diesem Fall maximal 45 Stunden pro Monat arbeiten. Teilt man diese Monatsstundenzahl durch die durchschnittliche Anzahl von 4,33 Wochen pro Monat (um die Schwankungen zwischen 4- und 5-Wochen-Monaten zu berücksichtigen), ergibt sich eine durchschnittliche wöchentliche Arbeitszeit von etwa 10,4 Stunden.

Flexibilität und Variation

Es ist wichtig zu betonen, dass es bei Minijobs eine gewisse Flexibilität hinsichtlich der Arbeitszeiten gibt. Arbeitgeber und Arbeitnehmer können die Arbeitszeit an die Bedürfnisse des Betriebs und des Mitarbeiters anpassen. So kann es sein, dass in manchen Monaten mehr und in anderen weniger gearbeitet wird, solange das Jahresgesamteinkommen die Grenze von 5.400 Euro (450 Euro x 12 Monate) nicht übersteigt.

Sonderregelungen und Ausnahmen

In einigen Fällen können Sonderregelungen greifen, die es ermöglichen, mehr als 450 Euro pro Monat zu verdienen, ohne dass der Status als Minijobber verloren geht. Ein Beispiel hierfür ist die kurzfristige Beschäftigung, bei der innerhalb eines Kalenderjahres bis zu drei Monate oder 70 Arbeitstage gearbeitet werden darf, ohne dass die Entgeltgrenze beachtet werden muss. Dies kann besonders für Saisonarbeiten relevant sein.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Wie viele Stunden darf ich maximal in einem Minijob arbeiten?

Es gibt keine gesetzlich festgelegte maximale Stundenzahl, solange das Einkommen 450 Euro pro Monat nicht übersteigt. Die tatsächliche maximale Stundenzahl hängt also vom Stundenlohn ab.

Kann ich zwei Minijobs gleichzeitig haben?

Ja, es ist möglich, zwei Minijobs gleichzeitig auszuüben. Allerdings dürfen die Einkünfte aus beiden Beschäftigungen zusammen die 450-Euro-Grenze nicht überschreiten.

Was passiert, wenn ich in einem Monat mehr als 450 Euro verdiene?

Wenn das Einkommen in einem Monat die Grenze von 450 Euro übersteigt, aber im Jahresdurchschnitt unter diesem Wert bleibt, besteht in der Regel kein Problem. Sollte das Jahresgesamteinkommen jedoch die 5.400-Euro-Grenze übersteigen, können Sozialversicherungsbeiträge anfallen.

Die Regelungen um Minijobs bieten sowohl Arbeitgebern als auch Arbeitnehmern eine flexible Form der Beschäftigung. Wichtig ist es, die Rahmenbedingungen zu kennen und einzuhalten, um von den Vorteilen eines Minijobs profitieren zu können.